Kulturprogramm

Chambord stand von Beginn an im Zeichen der Künste: Seit seiner Errichtung durch Franz I. nahmen zahlreiche Künstler an den Hoffesten oder Vergnügungsveranstaltungen teil, die vom König gegeben wurden.

Diese Tradition blieb danach bestehen, denn zahlreiche Herrscher und wichtige Persönlichkeiten beehrten den Ort mit ihrer Anwesenheit.

Getreu dieser künstlerischen Tradition erstellte die Nationaldomäne Chambord 2010 ein ambitioniertes Kulturprogramm, dessen Schwerpunkte die drei wichtigsten Kulturbereiche der Renaissance aufgreifen: Text, Musik und bildende Künste sowie Theater und Tanz. Zu den Künstlern, die seit 2010 auf Chambord ausgestellt haben, zählen Georges Rousses, Paul Rebeyrolle, Guillaume Bruère, Djamel Tatah, Philippe Cognée, Bae Bien-U oder auch Koïchi Kurita.

 

Ausstellung : Georges Pompidou und die Kunst - eine kühne Betrachtungsweise

Vom 18. Juni bis 19. November

Ein gemeinsamer Geburtstag

2017 feiert das Centre Pompidou in ganz Frankreich sein 40-jähriges Bestehen. Um diese Feier gemeinsam mit dem größtmöglichen Publikum zu begehen, wird in Zusammenarbeit mit 40 Standorten ein völlig neuartiges Programm geboten – mit Ausstellungen, außerordentlichen Leihgaben, Aktivitäten und Veranstaltungen das gesamte Jahr über. Die Nationaldomäne von Chambord wollte sich diesen Jubiläumsfeierlichkeiten anschließen und bietet somit eine Ausstellung über eine Persönlichkeit, die Schloss Chambord und das Centre Pompidou eng verbindet: Georges Pompidou. Er initiierte die Gründung des Centre und besuchte unzählige Male dieses Schloss, das seine Liebe zu Architektur und Jagd vereinte. Bei der Ausstellung geht es nicht um die historische oder politische Figur, sondern sein gezieltes Engagement zur Förderung der Kunst seiner Zeit.
40 ans du centre Pompidou

Ein geschulter Blick

Vom Erwerb der „Frau mit 100 Köpfen“ von Max Ernst im Jahr 1930 bis zu jenem des Portraits von Jacques Villon einige Tage vor seinem Tod 1974 war Georges Pompidou  als Premierminister und Präsident ein begeisterter Betrachter, Sammler und Besitzer der Werke berühmter moderner Künstlern sowie Vertreter der Avantgarde-Kunst der 1950er bis 1970er Jahre. In Anknüpfung an die Auswahl des ehemaligen Präsidenten vereint die Ausstellung – in einer Art Überblick über drei Jahrzehnte französische Malerei – jene Künstler, die in seiner Sammlung vertreten sind oder an den Schauplätzen der Macht präsentiert wurden. Sie verdeutlicht die treffende und teilweise wagemutige Kunstbetrachtung von George Pompidou, deren Vielfalt und Freigeist sich heute mehr denn je offenbaren. Es handelt sich um mehr als 80 Werke (Gemälde, Zeichnungen, Skulpturen), die unter den gewölbten Kassettendecken von Chambord ausgestellt sind. Diese nur äußerst selten gezeigten Stücke stammen aus den Sammlungen des Centre Pompidou sowie privater Leihgeber (u.a. Alain Pompidou) und bilden ein außerordentliches Ensemble. Es handelt sich um die bedeutendste Ausstellung, die jemals in Chambord organisiert wurde.

Die Ausstellung erstreckt sich über 700 m², wobei die Werke auf fünf Abschnitte verteilt sind: Moderne Meister; Abstraktion; Neuer Realismus, Filmkunst, Figurationen.

 

PRÄSENTIERTE KÜNSTLER

Ohne die vollständige Liste der ausgestellten Künstler aufzuführen möchten wir hier einen ersten Eindruck über die Bedeutung der versammelten Werke geben: Adami, Arp, Agam, Buffet, Viera da Silva, S. Delaunay, J. Fautrier, Fontana, Giacometti, Hartung, Kandinsky, Klein, Kupka, Matta, Michaux, Monory, Raysse, Soto, Soulages, Vasarely, B. van Velde, Villeglé, etc…

Großes Jagdhornkonzert

Samstag 24. Juni

Dieses traditionelle musikalische Treffen vereint jährlich mehr als 500 Zuhörer aus allen Teilen der Sologne, Kenner oder Neugierige. Sie applaudieren hier bis zu 30 Bläsern im Rahmen eines Konzerts, bei dem sich Jagdhörner mit anderen Instrumenten und Gesang vereinen. 2017 empfängt die Nationaldomäne Chambord erstmals die Blaskapelle Rallye Trompes des Vosges, die genau 60 Jahre nach ihrer Gründung zu den Referenzen im Bereich der Jagdhornmusik zählt. Das Ensemble ist bereits auf der ganzen Welt – in Großbritannien, den USA oder auch Kanada – aufgetreten. Bei jedem seiner Auftritte hat das Publikum die Möglichkeit, alle Schwingungen und Stimmungen in sich aufzunehmen, die von den kupfernen Jagdhörnern erzeugt werden. Die wichtige Rolle der Gruppe bei der grundlegenden Veränderung des musikalischen Ausdrucks des Jagdhorns und seiner zunehmenden Kombination mit anderen Instrumenten (Orgel, Kammerorchester oder gemischter Chor) wird in die Geschichte eingehen. Die Blaskapelle Rallye Trompes des Vosges besticht durch ein beeindruckendes Repertoire, eine breite Palette an zeitgenössischen Kreationen und eine umfassende Diskographie.

7. Festival von Chambord. 1. - 15. Juli

Für seine 7. Ausgabe setzt das Festival die Erkundung der Musikrepertoires fort, abwechselnd mit Solisten und Orchestern, bekannten Werken und selteneren Stücken, jungen Interpreten oder international gefeierten Persönlichkeiten, anhand einer musikalischen Vielfalt, die Gesang und Instrumente mischt. Im prachtvollen Rahmen des Schlosshofs oder in den kleinen Sälen präsentiert das Programm, durchwegs unterstützt von einer herausragenden Akustik, einen Rundgang durch mehrere Jahrhunderte Musikgeschichte – zu unserer größten Freude. Wie immer beschränkt sich das Festival nicht auf eine musikalische Epoche oder eine Kategorie von Künstlern – und erst recht nicht eine Nationalität. Die abwechslungsreiche Programmgestaltung, die Musiker mit internationalem Renommee und junge Talente mischt, spricht sämtliche Publikumsgruppen an. Durch eine vorteilhafte Tarifpolitik ( reduzierte Tarife für zahlreiche Kategorien, u.a. die Abonnenten der Bibliotheken von Blois, ein Pass für den unbegrenzten Zugang zum Festival, ein Pass für 5 Konzerte, kostenloser Eintritt im Schloss für jeden gekauften Platz)  möchte Chambord den allgemeine, Zugang zu qualitativ hochwertigen Konzerten fördern.

So wie bei den vorangegangenen Ausgaben des Festivals unter der künstlerischen Leitung von Vanessa Wagner, die gezielt regionale Musikgruppen wie La Rêveuse, Les Folies françoises, Doulce Mémoire oder das Musikensemble Jacques Moderne begrüßten, können die Zuschauer auch 2017 erneut den Stars der Region applaudieren – in diesem Jahr handelt es sich um das Ensemble Diabolus in Musica und das Symphonieorchester der Region Centre Val de Loire/Tours.

  1. 1. Juli um 20h : Das Orchester der Reitereinheit Garde Républicaine & Wilhem Latchoumia (Klavier).

Programm: “Amerika” mit Werken von Bernstein, Gershwin und Villa-Lobos

 

  1. Juli um 20h : Anne Queffélec (Klavier)

Programm: Debussy, Satie und Ravel

 

  1. Juli um 20h : Vanessa Wagner (Klavier) & Augustin Dumay (Violine)

Programm: Schumann und Brahms

 

  1. Juli um 20h : Diabolus in Musica (alte Musik)

Programm: Requiems von Jean Ockeghem und Pierre de La Rue

 

  1. Juli um 20h : Ensemble Abdelmoumen & Françoise Atlan (Gesang)

Arabisch-andalusisches Programm

 

  1. Juli um 20h : Trio Simon Zaoui (Klavier), Pierre Fouchenneret (Violine) & Raphaël Merlin (Violoncello)

Programm: Fauré-Projekt

 

  1. Juli um 18h30 : Ensemble Alternance (zeitgenössische Musik)

Programm Musik & Architektur mit u.a. Xenakis und Boulez

 

  1. Juli um 20h : Das Musikensemble Pasiphaé & Jean-Marc Larché (Saxophone)

Programm: De Folie et d’amour, Kreation von Yves Rousseau nach den Gedichten von Louise Labé

 

  1. Juli um 20h : Vanessa Wagner (Klavier) & Quartett Hermès (Streicher)

Programm: Fratres d’Arvo Pärt  und Klavierkonzert Nr. 12 von Mozart

 

  1. Juli um 18h30 : Pierre Hantaï (Cembalo)

Programm: Händel, Bach, Couperin, Rameau

 

  1. Juli um 18h30: Konzert für junges Publikum

Programm: Zorbalov und die magische Orgel von Yanowski, mit Yanowski (Erzähler), Samule Parent (Klavier) und Hughes Borsarello (Violine)

 

  1. Juli um 20h : Orchester von Tours & Catherine Hunold (Soprano) Dir. : B. Pionnier.

Schriftsteller auf Schloss Chambord

Chambord bietet eine neue literarische Saison, indem Autoren eingeladen werden, als Hommage an den Literaten Franz I. ihre Texte vorzulesen. Der König stand seiner Schwester Margarete von Navarra, einer der größten Schriftstellerinnen des 16. Jahrhunderts, sehr nahe, und verfasste auch eigene Verse. Er erweiterte in erheblichem Ausmaße die königliche Bibliothek und schuf das Collège de France.

Agenda 2017:

26/02 Mathias Enard und Marilyn Leray (actrice)

26/03 David Bosc

30/04 Pierre Senges

24/09 Emmanuelle Pagano

29/10 zu definieren

26/11 Eugène Savitzkaya

Artist-in-Residence-Programm

Diabolus in Musica

Das Musikensemble Diabolus in Musica besteht aus Sängern und Musikern, die bekannte oder neue Stücke aufleben lassen. Die Gruppe hält sich im Frühjahr 2017 zwei Wochen lang  als Artist in Residence auf Schloss Chambord auf, um das Konzertprogramm im Juli anlässlich des Musikfestivals abzuschließen. Das mittelalterliche Musikensemble plant die Interpretation der zwei ersten Requiems der Musikgeschichte (von Ockeghem und Pierre de La Rue).

 

Sarah Klingemann

Die Künstlerin und Regisseurin Sarah Klingemann ist in den ersten drei Monaten 2017 Gastkünstlerin auf Schloss Chambord. Im Zuge dieses Aufenthalts arbeitet sie an einem experimentellen Filmprojekt über die Kunst (ca. 40 Minuten lang) mit dem Titel Bas choeur, das in Zusammenarbeit mit dem Komponist Nicolas Losson realisiert wird.

 

Dominique Frot

 

Dominique Frot ist eine Schauspielerin, die im Theater, Kino und Fernsehen auftritt (u.a. in der beliebten Serie SODA). Sie begeistert sich für Literatur und inszeniert bzw. interpretiert zahlreiche zeitgenössische Autoren wie Christine Angot, Hannah Arendt, Leslie Kaplan, Eric Chevillard und Eric Vuillard. Im Rahmen ihres Aufenthalts auf Schloss Chambord von April bis Juni wird sie Lektorate abhalten und ihre Vorliebe für die Schriftsteller und Filmemacher der Gegenwart vermitteln. Literarische Cafés mit zwei oder drei Lesergruppen werden in partnerschaftlicher Zusammenarbeit mit Bibliotheken ebenfalls angeboten.

 

Eugène Savitzkaya

Eugène Savitzkaya ist ein Autor von Gedichtbänden, Romanen und Theaterstücken, der 1994 mit dem “Prix triennal du roman” für Marin mon coeur und dem “Prix Rossel 2015” für Fraudeur, tous ausgezeichnet wurde. Beide Romane sind beim Verlag Editions de Minuit erschienen.  Der Schriftsteller hält sich von April bis Dezember auf Schloss Chambord auf und organisiert Text- und Flanier-Workshops in Form von Rundgängen durch Schloss und Wald. Das Jahr endet am 26. November mit einer Lesung im Rahmen des Schriftsteller-Zyklus auf Schloss Chambord.

Sponsoring

Als Sponsor der Nationaldomäne Chambord tragen Sie zur Bekanntmachung eines außergewöhnlichen Kunstdenkmals und einer einzigartigen Gegend bei. Es handelt sich um ein Aushängeschild des Weltkulturerbes, das seit fünf Jahrhunderten Kunst- und Naturliebhaber begeistert.
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