Tierwelt
Hirsche waren hier seit Jahrhunderten schon zu finden. Wäre dies im 16. Jahrhundert nicht der Fall gewesen, hätte Franz I. diesen Ort sicher nicht gewählt. Heute werden die Hirsche in großer Anzahl (700) gehalten, um den Besuchern die Möglichkeit zu geben, die Tiere zu beobachten, aber auch um ein Einfangen mit Netzen (Markierung) zu erleichtern.
Dem Wildschwein hingegen wurde im Laufe der Geschichte von Chambord wechselhaftes Glück zuteil. Unter dem ungestümen Marschall von Sachsen, der gerne auf Wildschweinjagd ging, erfreute es sich großer Beliebtheit, bei den Fürsten des Hauses Bourbon-Parma hingegen, die Kleinwild vorzogen, war es gänzlich unerwünscht. Heute wird die Population sehr groß gehalten (1.200), um Besuchern die Beobachtung der Tiere zu ermöglichen. Ferner werden Prestigejagden veranstaltet.
Im Gegensatz zu vielen anderen Landesgebieten ist das Reh in Chambord nur sehr schwach vertreten (150).
Der Mufflon (Wildschaf) von Korsika, eine nicht einheimische Tierart, wurde 1950 hierher gebracht, um Populationen in verschiedenen französischen Berglandschaften einzuführen. Er wird heute noch im Interesse der Wissenschaft in Chambord gehalten (100).
Ferner sind die üblichen regionalen Waldtiere vertreten. Die Vogelpopulation ist sehr reich: 150 Arten, von denen 12 im Anhang I der europäischen Vogelschutz-Richtlinie eingetragen sind. 7 Tierarten sind im Anhang II der europäischen Fauna – Flora – Habitat- Richtlinie eingetragen: Fledermaus, Lurch, Libelle. Ab und an lassen sich hier auch Salamander beobachten.
Diese außerordentliche Artenvielfalt, die beherrschte Kontrolle der Populationen und der Einsatz der für das Management erforderlichen menschlichen Mittel machen Chambord zu einem der herausragenden Standorte für die Kenntnis der Fauna.
